Der Duft vom Bild 

  • Magischer Realismus / Fantasy
  • 288 Seiten
  • ISBN TB: 978-3-947721-42-9
  • Preis TB: 12,99 €
  • auch als E-Book erhältlich

Es war die Magie im Bild, die durch Frauenhände den Zikadenklang einfing und giftige Mineralien zum Leuchten brachte. Katalina schuf in den Weiten des bulgarischen Gebirges mit ihrem Feenhaarpinsel ein mysteriöses Kunstwerk. Die Sonne war sengend und saugte die letzte Feuchtigkeit aus der Erde, als die Orpheusche Leier, perfekt im Blut-Wein-Gemisch herausgearbeitet, die Betrachter des Gemäldes einzufangen begann.

In eigenen Worten

„Die Reise beginnt mit der ersten Seite, und manchmal mit etwas so Reizvollem wie mit einem Duft, der die Sinne in vergangene Zeiten und Orte entführt, als sie mit ihm in Verbindung traten.

In diesem Roman ist es die Verbindung eines Ölbilds mit dem unendlichen Kosmos fantastischer Vorstellungen. Was mich als Malerin und Autorin so reizte, war die Verschmelzung von Ölfarben und dem geschriebenen Wort, von meinem Gemälde und meiner Literatur. Die Erinnerung an eine Bulgarienreise durch Epochen erhabener, alter Kulturen, säumte den Weg für diesen Roman; wer lag schon im sechstausend Jahre alten Sarkophag des Orpheus’ bei Tatul, (heute nicht mehr möglich, da abgesperrt). Auch war es mir vergönnt, den Thraker-Goldschatz von Panagjurischte, Zentralbulgarien, im Nationalmuseum zu bewundern, und in den Rhodopen den Tempel der Mutter Natur zu besuchen, diese Vulva-Form, die schon die alten Geschichtsschreiber in Verzückung trieb und im Roman zum magnetischen Piezokristall führt. (Eine Suche lohnt sich: Utroba Tempel).

Auf der anderen Seite gab man mir in sechzehn langen Jahreszeiten das alte Handwerk der Malerei weiter, ich erfuhr etwas von Indigoblau und Karminrot, dem giftigen Parisergelb, welches auch eine Bedeutung im Geschriebenen fand, ich lernte das Pinselstiel-Schnitzen aus dem Pfaffenhütchenstrauch und bestückte diese mit Federkielen, auf denen das feine Fehhaar präpariert wurde. Es war auch dieses Werkzeug, mit welchem Katalina, die Protagonistin, ihr magisches Gemälde in den Weiten des Balkangebirges zur Vollendung brachte. Es flossen diese spannenden Welten zusammen, in eine Suppe, in ein Werk, gespickt mit pfeffrigen Essorgien, ausufernder, passionsgetriebener Hingabe, magisch-realistischen Landschaftsbeschreibungen, und ferroelektrischen Kristallen.

Das Gemälde, Covervorlage des Buches, krallt sich seine Betrachter. Da die Musik im Roman eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen sollte, (mein Vater und mein Mann brachten als Musiker die Noten mit in die Familie), vereinte ich das Heulen der gelben Kreaturen mit dem mystischen Zikadenklang, und wer genau hinhört, dem klingt beim Lesen die Orpheusche Leier, welche sich im Blut-Weingemisch erst beim zweiten Hinsehen offenbart.“