Der elektrische Engel
Sven Haupt

Sciencefiction

296 Seiten
ISBN: 9783947721054
Preis TB: 10,99 €
Preis eBook: 4,99 €

In einer Welt, in der künstliche Intelligenzen real geworden sind, wird die Psychologin Bettina Calvin zur führenden Expertin für autonom denkende Computersysteme. Sie wird immer dann gerufen, wenn die neu erschaffenen, sich selbst bewussten Wesen plötzlich verschwinden, rebellieren oder einfach nur durchdrehen. In ihrer einzigartigen Karriere, die ihr schon in die Wiege gelegt wurde, spiegelt sich die Entwicklung der gesamten Menschheit. Dieser Episoden-Roman begleitet Bettina Calvin durch die einzelnen Stationen ihres Lebens. Von ihrem ersten bedeutungsvollen Kindertraum, bis zur Erfüllung ihrer Aufgabe und noch weit darüber hinaus.

Presse-Spiegel

„Dieser Episodenroman ist mit seiner wortgewandten und gewitzten Heldin als Expertin für künstliche Intelligenzen eine wundervolle Hommage an die Science-Fiction“ – Janina Bittmann, Die Buchlilie

Mystic Moments

Sven Haupt über „Der elektrische Engel“

Die Kurzgeschichte gehörte für mich schon immer zur Science-Fiction, wie keine andere Form der Literatur. Sie ist es, welche dieses Genre, das ich so liebe, zu seiner Größe geführt hat. Die zerfledderten Anthologien meines Vaters waren die ersten Bücher, die ich als Jugendlicher verschlang und noch heute kann ich mich deutlich an die Raumschiffe auf den Covern erinnern. Unter all der Auswahl, die es schon damals gab, hat mich jedoch nichts so stark beeindruckt, wie das Werk von Isaac Asimov, dem Großmeister der Science-Fiction. In der Blütezeit des Genres, den vierziger und fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, verfasste er seine berühmten Roboter-Geschichten.

In der Schule sitzend und von Robotern träumend haben sie meine Jugend geprägt und mich maßgeblich dazu inspiriert, einmal selber das Handwerk des Schreibens aufzunehmen. Einer von Asimovs Lieblings-Charakteren in diesen Geschichten hieß Susan Calvin, die leitende Psychologin bei US Robots and Mechanical Men, Inc. Sie verstand den Geist der Roboter wie keine andere ihrer Generation. Eine brillante Wissenschaftlerin, jeder Herausforderung gewachsen und maßgeblich daran beteiligt, den Fortschritt ihrer Zeit zu prägen.

Als Erwachsener realisierte ich dann, wie weit entfernt von unserer Welt das goldene Zeitalter der Science-Fiction schon lag, in welcher Asimov sein Universum geschaffen hatte. Die Roboter Susan Calvins bestanden aus Metall und dachten mit den berühmten, eigens für sie konstruierten Positronen-Gehirnen. Computer waren gewaltige Maschinen, vollgestopft mit Vakuum-Röhren und wurden alle noch mit Lochkarten gefüttert.

Es bestand kein Zweifel, dass die Welt sich an Asimovs Visionen vorbei entwickelt hatte. Was würde Susan Calvin zu Smartphones, virtueller Realität und Quantenrechnern sagen? Viele Jahre später konzipierte ich die Geschichte ‚Der Traum vom Mars‘ und befand mich auf der Suche nach einer kompetenten Psychologin, die am besten auch noch über einen starken Hinter-grund in Biophysik verfügen sollte. Bevor ich es recht realisiert hatte, stand der Name Bettina Calvin vor mir auf der Seite. Mir kam eine gewagte Idee. Was wäre, wenn ich Asimovs Charakter in einem parallelen Universum aufspüren könnte? Dort könnte ich verfolgen, wie sie einem Fortschritt begegnet, der schneller, virtueller und wahrscheinlich deutlich korrupter ist, als wir es uns vor siebzig Jahren hätten träumen können.

Die Idee zu ‚Der elektrische Engel‘ war geboren. Diese Anthologie begleitet Bettina Calvin durch ihr Leben. Von ihrem ersten Traum als kleines Kind, bis an das Ende ihrer Aufgabe und noch weit darüber hinaus. Es ist auch meine Hommage an das legendäre Werk eines Autors, dessen Schaffen mich tief beeinflusst hat. Möge mir der Großmeister die Impertinenz nachsehen, mit der ich seinen Charakter bis in ein paralleles Universum verfolgt habe.